Heilkraft, Kult und Mythos der Bäume
von Caroline Katzenbach

Der Baum hat von je her mächtigen Symbolgehalt. Er ist als Sinnbild in vielen Religionen und Philosophien als Lebens- oder Erkenntnisquell vertreten. So findet sich im alten Testament beispielsweise Der Baum der Erkenntnis
Mythos Baum
Der Baum spielt auch in der Mythologie eine wesentliche Rolle. Die keltischen Priester, auch Druiden genannt, bezogen sich in ihrer Namensgebung auf die Eiche. Der Name Druide lässt sich als der Eichenkundige übersetzen.
In vielen Kulturen wird der Baum verehrt und auch in Bildern und Skulpturen dargestellt. So gilt der heilige Baum oft als Sinnbild für das ewige Leben, als Hüter der Weisheit, als Schutz- und Kraftquelle. In der Darstellung vieler Mythen werden die Bäume werden von mächtigen Baumgeistern beschützt, die man als Dryaden bezeichnet.
Viel für seinen Mythos schafft der Baum durch seine lange Lebensdauer. Eine Eiche kann 500 Jahre zum Wachsen benötigen, 500 Jahre zum Leben und dann nochmals circa 500 Jahre zum Sterben. Angesichts solcher Zeitspannen ist eindeutig, dass Bäume Generationen überdauern und begleiten können.
Durch seine Verwurzelung stellt der Baum in Baumkulten der griechisch-römischen Antike eine enge Verbindung mit der Erdmutter dar. Auch im Buddhismus wird der Wald als beseelt angesehen, die Bäume werden von Gottheiten bewohnt.
Wenn wir einen Waldspaziergang machen, werden wir es wohl am ehesten erfahren: Die Stille und Ruhe, die wir dort vorfinden, kann uns neue Kraft und Ausgeglichenheit verleihen. Es gibt viele Arten von Bäumen, jeder hat in seiner Art sowohl seine eigene Ausstrahlung und Symbolkraft als auch seine heilenden Wirkungen in Form des Ganzen oder einzelner Bestandteile.
Der Baum in der Naturheilkunde
Abgesehen von seiner mythischen und religiösen Bedeutung hat der Baum an sich auch in der naturheilkundlichen Pflanzentherapie eine große Bedeutung. Eine bedeutende Disziplin der Naturheilkunde, die Bachblütentherapie, greift unter anderem auch auf die Blüten vieler Bäume zurück. Parallel zu der Vielfalt der Baumwelt existieren viele Anwendungsmöglichkeiten von Bestandteilen des Baumes wie Blüten, Blätter oder der Rinde. Nachfolgend werde ich Ihnen exemplarisch einige davon vorstellen.
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Weißweide: Die Rinde beinhaltet Salycilat, was sie sozusagen zum Vorgänger der berühmten Kopfschmerztablette macht. Sie wirkt antirheumatisch, entzündungshemmend, fiebersenkend, schweißtreibend, schmerzlindernd und antiseptisch.
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Teebaum: Der in Australien ansässige Baum hat in den letzten Jahren in der Naturheilkunde große Bedeutung gewonnen. Das Teebaumöl wirkt antiseptisch, antibakteriell, antifungal, antiviral und stimuliert das Immunsystem.
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Gingko: Der Gingkobaum sieht nicht nur äußerst attraktiv aus, seine Blätter und Samen bieten ein breites Wirkungsspektrum. Die Blätter wirken gefäßerweiternd, kreislauffördernd und entzündungshemmend, die Samen astringierend, antifungal und keimtötend.
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Holunder: Früher wurde die gesamte Pflanze in der Hausapotheke verwendet. Heute werden vor allem die Blüten des Baumes in der Phythotherapie angewandt. Die Blüten wirken auswurflösend, kreislauffördernd, schweiß- und harntreibend. Die Beeren wirken harntreibend und abführend, die Rinde abführend und hartreibend, die Blätter äußerlich angewandt glättend und wundheilend, innerlich angewandt abführend, auswurfauslösend, harn- und schweißtreibend. Die Holunderrinde ist in hohen Dosierungen in der Schwangerschaft zu meiden!