Bringen Sie Licht ins Dunkel!
Von Caroline Katzenbach
Fast jeder fünfte Bundesbürger leidet an der berüchtigten Herbstdepression. Falls auch Sie davon betroffen sind, haben wir hier die richtigen Tipps.
Die Jahreszeiten wechseln. Das hat auch für die menschliche Befindlichkeit Konsequenzen. Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter von den Bäumen fallen und die Wolken die Sonne verhüllen, bedeutet das für den Körper eine gewaltige Umstellung.
Bis Weihnachten und den damit verbundenen Annehmlichkeiten ist es noch weit. Viele Menschen reagieren in dieser Zeit mit depressiven Verstimmungen, Antriebsarmut, Heißhunger auf Süßes und vermehrtem Schlafbedürfnis. Diese Symptome werden in der modernen Medizin kurz als "Saisonal abhängige Depression" (SAD) beschrieben.
Schuld sind die Hormone
Durch die verminderte Sonneneinstrahlung wird über die Haut weniger Vitamin D gebildet. Dies kann zur Schwächung des Immunsystems führen. Ein Mangel an Vitamin D äußert sich in erhöhter Reizbarkeit und Nervosität.
Ein weiteres wichtiges Hormon im Zusammenhang mit der Herbstdepression ist das Melatonin. Es wird in der Regel nachts, wenn es dunkel ist und die meisten Menschen schlafen, gebildet. Während der Zeit, in der es tagsüber nicht richtig hell wird, bildet der Körper auch am Tage verstärkt Melatonin. Professor Zulley vom Schlafmedizinischen Institut der Universität Regensburg berichtet, dass ein Überangebot an Melatonin im Zusammenhang mit schlechter Stimmung in der dunklen Jahreszeit steht.
Mittel und Wege gegen die Herbstdepression
Licht: Das Licht ist ein wahrer Stimmungsaufheller. Sie sollten viel Zeit an der frischen Luft verbringen und ausgedehnte Herbstspaziergänge machen. Auch bei schlechtem Wetter kommt noch genügend Licht durch die Wolkendecke, nämlich bis zu 1500 Lux! Im Vergleich zum Licht in Ihrer Wohnung ist dieser Wert ungeschlagen, denn dort beträgt die Lichtintensität maximal 500 Lux!
Lichttherapie: Bei schwereren Formen der Herbstdepression wird eine Lichttherapie empfohlen. Hier wird der Patient mit einer speziellen therapeutischen Lampe bestrahlt, deren Lichtkraft 10.000 Lux beträgt. Die Bestrahlung kann täglich bis zu 40 Minuten ohne Nebenwirkungen eingesetzt werden. Sport ist eine der besten Therapien gegen Herbstdepression. Ob Jogging, Radfahren, Inline-Skaten oder einfach Sport im Fitnessstudio - Ausdauersportarten helfen die Endorphinproduktion, jenes Hormon, das uns nach vermehrter körperlicher Aktion "glücklich macht", anzuregen. Überwinden Sie also Ihren "inneren Schweinehund" und machen Sie sich ran "an den Speck", den man ja in den Herbst- und Wintermonaten gern ansetzt!
Ernährung: Achten sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung! Sie sollten nun Obst und Gemüse eindeutig den Vorrang geben, da Sie so einer ausreichenden Vitaminzufuhr Vorschub leisten und Ihren Stoffwechsel positiv beeinflussen!
Phythotherapie: Unterstützend können Sie sich mit Hilfe von Johanniskrautextrakt gegen negative Verstimmungen schützen. Eine längerfristige Anwendung ist hierbei indiziert, denn erst nach etwa zwei Wochen dürfen Sie mit der stimmungsaufhellenden Wirkung des Präparates rechnen. Johanniskraut gibt es in den verschiedensten Darreichungsformen, als Kapseln, Tabletten oder Tee.
Achtung! Bei Einnahme von Johanniskrautpräparaten sollten Sie auf den Besuch von Solarien verzichten. Denn Johanniskraut lässt die Haut lichtempfindlicher werden. Es kann dann bei empfindlichen Personen zum Sonnenbrand und zu Pigmentstörungen kommen.